Nele Neuhaus – Alles wird Asche (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 12)

© Ullstein/ Hörbuch Hamburg

Inhalt:

Eine Frau stirbt in ihrer brennenden Villa in Kronberg im Taunus. Ein Bauunternehmer hängt kopfüber im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses, den Fuß in einem Seil verfangen und qualvoll erstickt.

Was zunächst nach Unfällen aussieht, entpuppt sich als eine brutale und raffinierte Mordserie.

Die Ermittlungen führen das erfahrene Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander in den Umkreis des tödlich verunglückten Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff, Entwickler eines bahnbrechenden KI-Chatbots. Während die beiden noch versuchen, das dichte Netz aus Loyalitäten in Brinkhoffs Softwarefirma und Familie zu entwirren, stoßen sie auf weitere Morde, die alle mit Brinkhoff zusammenhängen.

Pia und Bodenstein müssen einen Mörder stoppen, der keine Gnade kennt und eiskalt plant.

Quelle: Ullstein.de

Meine Meinung:

Es gibt nur wenige Buchreihen, auf deren neue Bücher ich so ungeduldig warte wie auf die Krimis um Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff). Als ich die erste Ankündigung zu Band 12 sah, begann für mich wieder das große Zählen der Tage. Und auf den Feierabend am Erscheinungstag!

Seit 2026 begleitet uns Leser/innen das Ermittlerteam des K11 und mit jedem Band wird die Bindung zu den Charakteren intensiver. Besonders nach den Ereignissen in „Monster“ haben Bodenstein, Sander und ihr Team nicht nur mit den Flogen des schmerzhaften Vertrauensbruch und den möglichen beruflichen Folgen zu kämpfen, sondern auch mit persönlichen Entscheidungen, die ihr Leben verändern können.

Genau das liebe ich an der Reihe: Die Protagonisten sind keine statischen Figuren, sondern entwickeln sich weiter. Sie erleben Höhe und Tiefen, treffen Entscheidungen und korrigieren diese – oder auch nicht. Sie sind menschlich und das macht sie so authentisch. Eine solche Entwicklung über gut 20 Jahre hinweg ist selten und besonders.

Doch nicht nur die Charaktere überzeugen, sondern auch der Fall selbst. Der Krimiplot in „Alles wird Asche“ ist wieder einmal packend konstruiert und sogar thematisch aktuell. Zwar war mir der Hintergrund der Tode relativ schnell klar, doch der Täter oder die Täter gaben sich erst aus den letzten Seiten in vollem Umfang preis. Genau das schätze ich: Ich will mitgerissen werden, will das Gefühl haben, den Ermittlern vielleicht sogar einen Schritt voraus zu sein – ohne dass der Fall ab der Mitte so offenkundig wird, dass der Lesespaß verloren geht. Ich will mit Ermittlern leiden, zweifeln und jubeln. Und ich will Täter/innen begegnen die ambivalent sind. Denn auch sie haben ihre Gründe (zumindest glauben sie es) – auch wenn die meisten den Weg zu deren Gerechtigkeit nicht richtig finden. Diese Ambivalenz findet sich hier wieder.

Fazit: „Alles wird Asche“ ist wieder ein spannender und vielschichtiger Band der Reihe. Klischees und Überraschungen wechseln sich ab – genau wie im richtigen Leben. Viele Figuren müssen sich mit ihren Lügen und deren Konsequenzen auseinandersetzen. So macht man gute Unterhaltung.

Und jetzt beginnt das Warten auf Band 13.

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Von Kathleen

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